postheadericon Mangelnde Aufklärung vor Brustvergrößerungen

Beratungsgespräch vor einer BrustvergrößerungFrauen, die sich die Brüste vergrößern lassen möchten, werden in deutschen Brustzentren nicht ausreichend beraten und über die Risiken des Eingriffs nur unzureichend aufgeklärt. Zu diesem Ergebnis ist die Stiftung Warentest gekommen.

Von sieben geprüften Kliniken erfolgte nur im Interdisziplinären Brustzentrum Charité Berlin eine „umfassende” Beratung. Dort wurde den Testpatientinnen je nach Fall empfohlen, den Eingriff noch einmal zu überdenken, beziehungsweise wurde ihnen von der OP abgeraten. In allen anderen getesteten Brustzentren war die Beratung „lückenhaft”, im Luisenkrankenhaus Düsseldorf sogar „sehr lückenhaft”. Es mangelte insbesondere an der Aufklärung über mögliche Risiken und Komplikationen während und nach der OP. Zudem gingen die beratenden Ärzte nicht immer auf die Vorstellungen der Patientinnen ein und empfahlen in einigen Fällen zu große Brustimplantate. Die Informationen bezüglich der Qualifikation des operierenden Arztes, der voraussichtlichen Gesamtkosten sowie des Ablaufs der OP waren in allen Kliniken „weniger ausgeprägt” oder „gering”. Private Brustzentren schnitten in den Bereichen Vorabinformationen und Service (Informationsmaterialen und Termintreue) etwas besser ab als öffentliche Kliniken.

Drei Frauen zwischen 23 und 44 Jahren testeten im Auftrag der Stiftung Warentest die Clinic im Centrum (überregional), das Interdisziplinäre Brustzentrum Charité Berlin, die Frauenklinik des Klinikums Stuttgart, das Luisenkrankenhaus Düsseldorf, die Mang Medical Gruppe (überregional) sowie das Brustzentrum des St. Elisabeth-Krankenhauses in Leipzig und die Tagesklinik/ Ambulanz der Collegium-Klinik (überregional). Sie gaben vor, sich die Brüste mit Implantaten vergrößern lassen zu wollen und baten um einen Beratungstermin. Die Beratungsgespräche waren in manchen Kliniken kostenlos, in anderen wurden Gebühren zwischen 10 und 126 Euro erhoben.

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